Todesgeschäft boomt wie selten

SIPRI-Jahrbuch: 2004 über eine Billion Dollar Rüstungsausgaben. USA einsame Spitze

Das Waffengeschäft boomt wie selten zuvor. Aus dem am Dienstag vorgestellten »Jahrbuch zu Rüstung und Abrüstung« des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute) geht hervor, daß die weltweiten Rüstungsausgaben im vergangenen Jahr auf die rekordverdächtige Summe von 1,05 Billionen Dollar (844 Milliarden Euro) stiegen. Mit nahezu der Hälfte (47 Prozent) sind daran die USA beteiligt.

Insgesamt wuchsen die Militärausgaben seit 1995 global um 2,4 Prozent und seit 2002 um sechs Prozent jährlich. Inzwischen erreichen sie fast das Niveau aus Zeiten des Kalten Krieges. Die Rüstungsausgaben sämtlicher Staaten beliefen sich 2004 auf umgerechnet 162 Dollar (132 Euro) für jeden Menschen auf der Welt. Im Jahr zuvor hatten sie eine Gesamtsumme von 956 Milliarden Dollar erreicht.

Die USA dominieren sowohl die Produktion als auch den Verkauf von Rüstungsgütern. »Sie besitzen heute nach allen nur denkbaren Zählweisen eine klare Vormachtstellung«, sagte SIPRI-Direktorin Alyson J. K. Bailes am Dienstag. Allein die zusätzlichen Aufwendungen der US-Regierung für ihren »Krieg gegen den Terror« überstiegen seit 2003 mit 238 Milliarden Dollar alle Militärausgaben in Afrika, Lateinamerika und Asien (unter Einschluß Chinas, aber ohne Japan).

Mit 38 der hundert weltweit führenden Rüstungsproduzenten und einem Marktanteil von 63,2 Prozent (Zahlen für 2003) beherrschen die USA auch die internationale Waffenherstellung eindeutig. Derweil entfielen von den Gesamtverkäufen im Wert von 236 Milliarden Dollar 30,5 Prozent auf die 42 führenden europäischen Rüstungsunternehmen. Zu ihnen gehörten auch sechs russische Anbieter.

Dem Bericht zufolge vergrößerten sich die wichtigsten Waffenhersteller »enorm« und seien mittlerweile mit multinationalen Großunternehmen zu vergleichen. Die Umsätze der hundert führenden Waffenfirmen seien größer als das zusammengerechnete Bruttosozialprodukt der 61 ärmsten Länder der Welt. (AP/AFP/jW)

junge Welt vom 8.6.2005

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